Die Forschungsthemen zur Inneren Sicherheit, die in den Veranstaltungen des AKIS behandelt werden, richten sich zum einen auf die Behörden und Organisationen des Sicherheitssystems. Am Beispiel Deutschlands sind dies (*)
(*) Begrifflich sind weitere spezifische Differenzierungen vorzunehmen. Die Auflistung benennt überblicksartig die zentralen Behörden und Aufgaben des Sicherheitssystems der Bundesrepublik Deutschland.
Das Sicherheitssystem des Bundes und der Länder ist komplex. Die Forschung zur Inneren Sicherheit interessiert sich für die Strukturen (Polity), für die Entscheidungsprozesse (Politics) und die inhaltlichen Programme (Policy), die dieses System strukturieren, leiten und steuern. Von Interesse sind die gesellschaftlichen Interessen, die einflussnehmenden Akteure (Verbände, Organisierte Interessen), ebenso die Normen, Konflikte und Regelungen innerhalb und zwischen den Behörden und Organisationen sowie die verfassungsrechtlichen und zivilgesellschaftlichen Kontrollen, die vorliegen.
Die Sicherheitssysteme der europäischen Nationalstaaten sind Bestandteil eines europäischen, sich zunehmend föderal entwickelnden europäischen Sicherheitssystems der EU. Hier entstehen wiederum supranationale Regelungssysteme (Schengen, Vereinbarungen über Schutz der Außengrenzen, Frontex, Europol und andere mehr), die wiederum mit bestehenden nationalen Systeme interagieren. Vergleichende Sicherheitsstudien zeigen unterschiedliche Pfadentwicklungen beispielweise zwischen nationalen Sicherheitssysteme auf. Zusätzlich bestehen international angelegte Kooperationsformen, gegen Drogen-, Waffen-, Menschenhandel u.a.m. sowie vielfältige Formen der international angelegten Kriminalität und ihre in der Regel staatlichen Gegenmaßnahmen.
Innere Sicherheit ist in diesem Sinne ein national angelegtes Sicherheitskonstrukt, das auch weiterhin eine analytische Aussagekraft hat (weil nationalstaatliche Rechtssystemen prägend sind), das aber zugleich einen europäischen und international angelegten Fokus (mit einer geringeren rechtlichen und verbindlichen Wirkungskraft versehen) ausweist.
Die Analyse der Inneren Sicherheit setzt eine interdisziplinär angelegte Forschung voraus, ohne das fachdisziplinäre Wissen ersetzen zu wollen oder eine eigenständige Wissenschaftsdisziplin anzustreben. Interdisziplinäre Forschung strebt den Konsens über gemeinsame Fragestellungen an, erwartet aber nicht, einheitliche Antworten finden zu können.